„Es gibt Menschen, die sagen, dass es die Schönheit von Weltenei ist, welche diejenigen, welche die Festung zum ersten Mal vom Meer her sehen, alles vergessen lässt. Andere sagen, es wären die Unmengen an Magie, welche die Mauern der Inselburg gespeichert haben. Wieder andere spekulieren, dass es ein Zauber ist, der um die gesamte Insel verläuft und die Erinnerung an ihr Leben und ihre Herkunft aus den Köpfen all jener auslöscht, die noch nie die Quelle der Welt gesehen haben, kein Seelentier besitzen und von der Magie nicht mehr in sich tragen als einen noch nicht entzündeten Funken.
Teese hatte später oft versucht, sich an ihre erste Überfahrt in den kleinen Ruderbooten zu erinnern und den Zeitpunkt auszumachen, an welchem sich ihr Leben geändert und sie vergessen hatte. Sie war sich sicher, dass sie noch an ihre Eltern und ihre Schwester gedacht hatte, als sie mit den anderen Kindern in eines der Boote geklettert war. Da war sie noch ein ganz normales kleines Mädchen von gerade einmal neun Jahren gewesen, das nicht verstand, warum es auf ein Eliteinternat im Ausland gehen musste.
Dann hatten die Boote abgelegt und sie hatte nach vorne gesehen zu der Insel mit dem gewaltigen Turm, welcher in den Himmel ragte und dessen goldenes Dach mit einem Engel gekrönt war. Von den Booten aus war kaum genau auszumachen, was er in der Hand hielt und der Sonne entgegenstreckte, so dass nur noch seine Zehenspitzen das Dach berührten.
Teese hatte den Engel in seinem glänzenden Gold bewundert, welcher auf dem gewaltigen Turm ihrer neuen Schule thronte. Er schien über alles zu strahlen wie eine zweite Sonne und warf sein Licht auf die Mauern der umliegenden Gebäude aus ihrem grauem Stein.
Der Turm bildete die Spitze eines Burgbergs, an dessen Hang sich reihum kleinere Häuser schmiegte, die nach oben größer und prächtiger wurden. Den Turm selbst umgaben Gebäude, die kleine Türmchen trugen und Erker aufwiesen sowie große, hohe Fenster, deren Scheiben im Sonnenlicht schimmerten wie Silber.“ (Weltenei, 1. Kapitel, S. 3)
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