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		<title>Lektionen in Magie (16/20)</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 10:00:16 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als sie fertig waren, überflog der Dekan die von ihm niedergeschriebenen Zahlen noch einmal und nickte dann. „Das sollte genügen. Komm in zwei Wochen wieder zur Anprobe. Dann können wir sehen, ob noch irgendwelche Änderungen nötig sind.“ „Hm.“ Teese nickte nur. Fenn, Seth und Liina würden ihr sicher nicht glauben, wenn sie ihnen von dieser [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1983&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als sie fertig waren, überflog der Dekan die von ihm niedergeschriebenen Zahlen noch einmal und nickte dann.<br />
„Das sollte genügen. Komm in zwei Wochen wieder zur Anprobe. Dann können wir sehen, ob noch irgendwelche Änderungen nötig sind.“<br />
„Hm.“ Teese nickte nur. Fenn, Seth und Liina würden ihr sicher nicht glauben, wenn sie ihnen von dieser ‚Sitzung‘ bei Dekan Ezzo erzählen würde.<br />
„Und nun kommen wir zu Deinen Hausaufgaben“, wandte sich der Dekan anderen Dingen zu. „Wenn ich Deinen Stundenplan korrekt im Kopf habe, haben wir noch eine halbe Stunde, bevor Dein Unterricht mit den Wurfsternen beginnt.“<br />
Teese zog den zusammengefalteten Zettel aus ihrer Robe, um die Worte zu des Dekans zu überprüfen. Einen Augenblick sah sie irritiert auf das wellige Blatt Papier, bis ihr klar wurde, dass sie in die falsche Robentasche gegriffen hatte. Das, was sie in der Hand hielt, war der Brief, den Rinnir im Klo herunterzuspülen versucht hatte und den sie herausgefischt und getrocknet hatte.<br />
Eilig schob sie das Papier zurück und griff in die andere Tasche. Hoffentlich hatte der Dekan nichts bemerkt oder maß der Sache wenigstens keinerlei Wichtigkeit zu. Teese würde nur ungern erklären wollen, was das für ein Papier war und wie sie in dessen Besitz gekommen war.<br />
Doch zu ihrem Glück schwieg Dekan Ezzo und Teese überflog eilig ihren Stundenplan. Der Dekan hatte natürlich Recht gehabt. Vor dem Mittagessen hatte sie noch eine Stunde Training bei Magister Pim. Sie seufzte stumm.<br />
Mit den Wurfsternen war Teese nicht ganz so hoffnungslos wie mit dem Schwert und hatte den Eindruck, sie würde wenigstens so etwas wie Fortschritte machen. Aber dennoch warfen die anderen in ihrer Gruppe weitaus besser als sie. Irgendwie bekam sie diese Waffen alle nicht richtig in den Griff.<br />
„Gehen wir nach unten in die Trainingshalle“, schlug Dekan Ezzo vor, „und sehen, wie Du Dein Double zu machen gedenkst. Benötigst Du irgendwelche Materialien?“<br />
„Ja, eigentlich… Knete.“<br />
„Knete.“<br />
Dekan Ezzo ging zu seinem Arbeitstisch und legte das Maßband dort ab.<br />
„Ähm, das ist…“<br />
Der Dekan lachte auf. „Ich weiß, was Knete ist, Studentin Teese. Auch wenn es das in meiner Kindheit in der alten Welt tatsächlich noch nicht gab.“<br />
Er schob suchend ein paar Dinge zur Seite und nahm dann einen Block eines braunen Materials in die Hand. Es sah für Teese mehr wie Tonerde aus als wie Knete, aber der Dekan steckte es dennoch ein.<br />
„Oh. Also ich wollte nicht sagen“, begann Teese.<br />
Doch der Dekan machte eine wegwischende Handbewegung. „Es ist nicht leicht zu entscheiden, wie alt ein Magier wirklich ist, wenn er ein bestimmtes Alter einmal überschritten hat“, stellte er fest.<br />
Das stimmte. Teese wusste zwar, wann Dekan Ezzo zum Hüter von Weltenei berufen worden war, (das war nicht lange vor ihrer Geburt gewesen), aber sie wusste nicht, wann er geboren worden war. Wann Knete wohl erfunden worden war?<br />
Gedankenverloren folgte sie dem Dekan aus seiner Werkstatt und die Treppe hinunter in die Basis des Turms, in welcher die Quelle der Welten ruhte. Die Tür, zu welcher eine kurze Treppe in den Boden hinab führte, war verschlossen. Im Vorbeigehen konnte Teese die vier vorgeschobenen Riegel sehen.<br />
Es wunderte sie wenig. Das Betreten des Quellraums war gewöhnlichen Magiern verboten. Nur bei besonderen Gelegenheiten durften sie eintreten. Ansonsten hatte nur Dekan Ezzo Zugang. Ob ihr Name noch immer in dem mit Goldflimmern durchzogenen Strudel zu lesen stand? Vermutlich. Denn immerhin war sie nun offiziell Dekananwärterin und genau diesen Status zeigte die Quelle an.<br />
An der verschlossenen Tür des Quelle vorbei gingen Teese und der Dekan durch den Seitenausgang des Turms. Der Weg führte sie auf eine Art Terrasse. Eine niedrige Mauer trennte hier den Trainingsplatz unter freiem Himmel ab. In der Mitte der Mauer gab es ein schmiedeeisernes Tor, das an ein kleines Gartentürchen erinnerte und Teese reichlich überflüssig erschien. Sie hätte problemlos über die Mauer klettern können. Das niedrige Tor war wohl mehr Verzierung als dass es wirklich etwas verschloss.<br />
Dennoch machte Teese die Tür hinter sich sorgsam wieder zu, als sie den Trainingsplatz betreten hatte. Sie konnte sehen, dass Sum noch immer mit Pfeil und Bogen übte, auch wenn sie ein Training anders als Teese überhaupt nicht nötig hatte. Von fünf verschossenen Pfeilen steckten gleich drei im Schwarzen und zwei nur wenig daneben.<br />
Auf der Scheibe daneben sah das Ergebnis allerdings ein wenig anders aus. Hier steckte ein Pfeil nahe der Mitte, zwei weitere im darauffolgenden Ring, einer auf halbem Weg zum Rand und der letzte, der sich in diesem Moment in die Scheibe bohrte, landete irgendwo noch ein Stück weiter außen.<br />
Die Schützin dieses Pfeils war Liina. Die kleine Chinesin hatte sich rechts von Sum aufgebaut und übte offensichtlich ebenfalls. Sie war nicht so gut wie Sum, aber Teese war sich sicher, dass sie weitaus besser war als sie selbst es sein würde, hätte sie Bogenschießen belegt. Sie würde vermutlich die Hälfte ihrer Pfeile noch immer neben die Scheibe setzen.<br />
„Studentin Sum und Studentin Liina scheinen sehr fleißig bei ihrem Waffentraining zu sein“, stellte Dekan Ezzo fest.<br />
Teese war sich nicht sicher, aber es hätte sie nicht gewundert, wenn es ein dezenter Hinweis an sie sein sollte, doch auch etwas fleißiger zu sein. Sie hatte bisher noch nie zusätzlich trainiert, jedenfalls nicht aus eigenen Stücken. Zusätzliche Übungsstunden hatte sie bisher nur von Ro im Schwerttraining bekommen. Geholfen hatte es Teeses Meinung nach allerdings auch nicht.<br />
„Ja, Sum übt immer viel“, sagte sie daher nur. Das war die Wahrheit und wohl eine ziemlich offensichtliche. Sum war im Umgang mit ihren beiden Waffen herausragend. Teese hatte schon genug Übungskämpfe mit dem Schwert gegen Sum geführt, um das zu wissen. Sich an ihr zu messen war frustrierend.<br />
Alleine der Gedanke daran ließ Teese resignieren. Sie würde niemals so gut werden wie Sum und vermutlich würde sie keiner der anderen Magier einmal als Dekanin für voll nehmen. Da war es ganz egal wie sie über die Welt der Nichtmagier dachte und was sie zu tun plante, um die Missstände in dieser Welt zu ändern.<br />
„Möchtest Du es innen versuchen oder hier draußen?“, erkundigte sich Dekan Ezzo, bevor sie die breite Treppe erreichten, welche über die ganze Länge der Trainingshalle verlief und die eigentliche Halle hinter einer Wand mit unzähligen Bögen vom Übungsplatz trennte.<br />
Teese überlegte kurz. „Hier draußen“, entschied sie dann.<br />
So würden zwar Sum und Liina bei der Erschaffung zusehen können, wenn sie sich bei der Erschaffung ihres Doubles blamierte, aber beide wussten, dass sie ohnehin nicht halb so gut war wie sie. Sum war ihr haushoch in Waffenführung überlegen und Liina war ihr haushoch im Schulwissen überlegen.<br />
Darum musste sie sich also wenig Sorgen machen. Der Übungsplatz hier bot allerdings einen großen Vorteil gegenüber der Trainingshalle. Er besaß einen Sandplatz und Teese benötigte irgendwelches Material für ihr Double. Sand würde sicherlich gehen.<br />
Dekan Ezzo blieb stehen und reichte Teese den braunen Tonblock, den er in der Werkstatt eingesteckt hatte. Als Teese ihn entgegen nahm musste sie unweigerlich an ein Stück Butter denken, was die Form anging. Das Material erwies sich zudem als ebenso weich. Nur war es nicht so schmierig.<br />
Es war allerdings auch keine Knete wie Teese sie kannte. Jedoch konnte man damit wohl Dinge kneten. Sicherlich war es irgendein Material, das man nutzte, um Modelle von Dingen zu formen, die man anzufertigen gedachte.<br />
Teese brach ein wenig von der braunen Knetmasse ab und drückte sie in ihren Händen weich. Das Material verhielt sich wie erwartet. Dekan Ezzo hatte also doch gewusst, was sie hatte haben wollen. Damit stand ihrem ersten Versuch, ein Double zu fertigen wohl nichts mehr im Wege.</p>
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		<title>Lektionen in Magie (15/20)</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 13:41:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Teese hörte ihm mit offenem Mund zu. Sie sollte nach Schastel Awrosch reisen? Verkleidet als Nichtmagierin? Zusammen mit Ro? Nun, die ersten beiden Teile klangen zwar überraschend aber doch auch aufregend. Aber dass sie dies mit Ro zusammen tun sollte, zerstörte jegliche mögliche Vorfreude darauf. „Ich habe Ro bereits über meine Entscheidung unterrichtet.“ Das klang [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1979&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teese hörte ihm mit offenem Mund zu. Sie sollte nach Schastel Awrosch reisen? Verkleidet als Nichtmagierin? Zusammen mit Ro? Nun, die ersten beiden Teile klangen zwar überraschend aber doch auch aufregend. Aber dass sie dies mit Ro zusammen tun sollte, zerstörte jegliche mögliche Vorfreude darauf.<br />
„Ich habe Ro bereits über meine Entscheidung unterrichtet.“ Das klang so, dass auch Ro darüber nicht sonderlich erfreut gewesen war. „Und überlasse die Umsetzung der Reise vollkommen ihm. Er kennt die Welt der Nichtmagier sehr gut und wird wissen, was er Dir zeigen muss, damit Du einen Einblick in ihr Leben bekommst.“<br />
Teese wusste nicht, was sie sagen sollte. Dekan Ezzo war allerdings auch noch nicht am Ende seiner Ausführung angekommen.<br />
„Allerdings ist das Leben unter Nichtmagiern nicht ungefährlich. Ro mag ein hervorragender Schwertmeister sein…“<br />
Dem konnte Teese nur zustimmen.<br />
„…Du bist es allerdings nicht.“<br />
Auch dem konnte Teese zu ihrem Leidwesen nur zustimmen.<br />
„Außerdem stehst Du noch am Anfang Deiner Ausbildung und Ro ist die Ausübung höherer Magie nicht möglich. Warum, das soll er Dir selbst erklären.“<br />
Teese nickte nur. Dekan Ezzo wusste nicht, dass sie bereits in Erfahrung gebracht hatte, wer Ro war und warum er keine ‚höhere‘ Magie mehr ausüben konnte.<br />
„Jedenfalls“, fuhr der Dekan fort, „bedeutet das, dass Du einen zusätzlichen Schutz benötigst. Daher möchte ich, dass Dein Drache Dich auf dem Weg begleitet – wenn auch unauffällig und mit deutlichem Abstand. Wie ich gehört habe, ist er inzwischen flügge geworden und kann Euch von der Luft aus folgen. Außerdem solltest Du eine Rüstung tragen, um mögliche Verletzungen zu vermeiden.“<br />
Teese öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch Dekan Ezzo kam ihr zuvor.<br />
„Es muss natürlich eine Rüstung sein, welche nicht wie eine solche aussieht“, erklärte er. „Und daher werde ich Dir eine solche anfertigen. Ein objektmagisches Kleidungsstück.“<br />
„Wie unsere Roben?“, schaffte es Teese schließlich doch, einen Einwurf zu machen.<br />
Der Dekan nickte. „Wie unsere Roben. Allerdings wird dieses Kleidungsstück mehr können als nur sich selbst zu reinigen. Komm einmal hier herüber.“<br />
Er wandte sich im Sitzen um, so dass er nun vor dem Webstuhl saß, wie er es wohl auch tat, wenn er an ihm arbeitete.<br />
Teese trat neben ihn und betrachtete sich das Stück Stoff genauer, das an dem Webstuhl bereits entstanden war. Auch aus der Nähe sah es nicht besonders spektakulär aus. Es war ein weißes Stück Stoff. Es war nicht einmal besonders glatt oder glänzend. Eher sah es aus wie grobes Leinen. Das silberne Glitzern, das ihr vorhin aufgefallen war, stellte sich nur ein, wenn man sich bewegte, während man den Stoff betrachtete.<br />
„Dieser Stoff besteht aus Adamant“, erklärte ihr Dekan Ezzo. „Die Fäden sind ein magisch gesponnenes Kristall. Die Magie macht das Material sehr leicht. Es behält aber seine Eigenschaften, die es als Kristall besaß. Es ist sehr fest und gegen alle unmagischen Waffen beständig. Fass es ruhig einmal an.“<br />
Teese beugte sich vor und strich über den Stoff im Webstuhl. Obwohl er recht grob aussah, fühlte er sich glatt an wie Seide oder wie Glas.<br />
„Aus diesem Stoff werde ich Dir ein Kleidungsstück fertigen.“ Dekan Ezzo betrachtete Teese von der Seite. „Dazu muss ich Dich allerdings erst einmal vermessen.“<br />
„Äh. Okay.“ Teese fand den Gedanken, dass ihr Dekan Ezzo ein, wenn auch magisches, Kleidungsstück nähen würde, reichlich seltsam. Männer nähten keine Kleidungsstücke. So etwas war doch Frauenarbeit. Wenn Männer Nähmaschinen kauften, dann doch nur als Geschenk für ihre Frauen, oder? Selbst benutzen sie so etwas nicht. Ihr Vater hätte nicht im Traum daran gedacht, ihr irgendetwas zu nähen.<br />
„Stelle Dich bitte gerade hin“, forderte der Dekan Teese auf.<br />
Er erhob sich und ging an den vorderen Arbeitstisch, auf dem Teese eine weitere Bahn des Adamant-Stoffes sehen konnte. Außerdem lagen dort mehrere Nähutensilien. Ein rotes Nadelkissen konnte Teese ebenso entdecken wie Schnittmusterbögen und eine große Schere. Solche Dinge hatte auch ihre Mutter in ihrem Bügelzimmer liegen. Es passte in Teeses Augen so gar nicht zu einem Mann wie Dekan Ezzo.<br />
„Und jetzt hebe einmal die Arme zur Seite.“<br />
Dekan Ezzo kam mit einem Maßband zu ihr zurück und Teese hob gehorsam die Arme. Die nächsten zehn Minuten wurde sie von Kopf bis Fuß vermessen. Der Vorgang war dermaßen skurril, dass Teese der Gedanke kam, all das wäre sicher nur ein wirrer Traum. Sie stand da wie bei einem Schneider, aber dieser Schneider war der mächtigste der Magier und Dekan von Weltenei. Es war einfach so irreal.</p>
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		<title>Lektionen in Magie (14/20)</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 10:58:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„Daher habe ich entschieden“, sprach Dekan Ezzo weiter, „dass Du die freie Zeit nutzen solltest, um etwas mehr über die neue Welt zu lernen. Genauer gesagt über die Welt der Nichtmagier.“ Teese wartete ab, was nun kommen würde. Von der Welt der Nichtmagier hatte sie noch nicht viel gesehen. Sie war zwar in Thorhafen gewesen, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1974&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Daher habe ich entschieden“, sprach Dekan Ezzo weiter, „dass Du die freie Zeit nutzen solltest, um etwas mehr über die neue Welt zu lernen. Genauer gesagt über die Welt der Nichtmagier.“<br />
Teese wartete ab, was nun kommen würde. Von der Welt der Nichtmagier hatte sie noch nicht viel gesehen. Sie war zwar in Thorhafen gewesen, aber das nur für einen Tag. Und Nichtmagier kannte sie außer Marisan und ihrem kleinen Bruder Schirniel auch keine.<br />
Die nichtmagischen Angestellten in ihren weißen Roben, die jeden Tag vom Festland nach Weltenei kamen, mieden jeden Kontakt. Sie waren zwar höflich, aber sehr distanziert. Und in Lorphitals Gasthaus am unteren Ende der Insel hatten sie einen eigenen Gastraum. Oder besser gesagt, die Magier hatten dort einen eigenen Bereich. Beide Welten mischten sich nie. Der einzige Magier, den Teese je im Bereich der Nichtmagier gesehen hatte, war Ro.<br />
Er hatte sich ganz selbstverständlich unter die Nichtmagier gemischt und sogar ihre Kleidung getragen anstatt der schwarzen Robe der Magier. So hatte Teese ihn auch auf dem Festland gesehen, in Thorhafen, der Stadt Weltenei gegenüber, bei ihrem bisher einzigen Ausflug in die Welt der Nichtmagier.<br />
Daher wunderte es sie wenig, als der Dekan auf Ro zu sprechen kam und was er über den einstigen Dekan von Weltenei sagte, war Teese ebenfalls nicht neu.<br />
„Ro“, erklärte Dekan Ezzo, „wird in der Zeit, in welcher die Quäsitoren unterwegs sind, nach Schastel Awrosch reisen. Er hat von mir eine Erlaubnis Weltenei jedes Frühjahr zu verlassen, um durch die neue Welt zu reisen.“<br />
Der Dekan musterte Teese prüfend, die verstehend genickt hatte. „Du weißt davon?“<br />
Teese musste kurz überlegen, nickte dann aber erneut. „Ja, Marisan hat mir erzählt, dass er sich dort um Menschen kümmert, die unter der Frühjahrsgrippe leiden.“<br />
Das hatte Marisan ihr doch wohl erzählen dürfen, oder? Es war sicherlich kein Geheimnis. Auch wenn Teese sich immer noch nicht vorstellen konnte, dass der missmutige und stets unfreundliche Ro kranken Menschen half – und das auch noch freiwillig.<br />
„Ja, das stimmt“, bestätigte Dekan Ezzo allerdings. „Es ist Ro ein Anliegen diese Menschen zu suchen und jenen zu helfen, welchen er helfen kann.“<br />
Teese stutzte. „Können wir Magiern nicht allen Menschen helfen?“, wollte sie wissen. „Magister Mintal hat gesagt, dass sie jede Krankheit heilen kann. Dass jeder, der gesund werden will…“<br />
„Du sprichst von einer Heilerin“, unterbrach der Dekan sie. „Ro ist kein Heiler und er verfügt im Grunde über nicht mehr magische Fähigkeiten als Du zurzeit. Zu heilen würde ihn Kraft kosten, die er nicht besitzt. Daher kann er Grippekranken nur mit Medizin helfen und soweit es seine Möglichkeiten erlauben.“<br />
Teese legte die Stirn in Falten. „Aber warum“ – Die Frage stellte sich ihr ganz von alleine. – „kümmert sich dann Ro um die Kranken? Warum macht das keiner unserer Heiler.“<br />
Dekan Ezzo schwieg einen Moment und Teese hatte erst den Eindruck, etwas sehr Dummes gefragt zu haben. Als er antwortete, verstand sie aber, dass sie etwas gefragt hatte, das schwer zufriedenstellend zu beantworten war.<br />
„Es gab eine Zeit, in welcher unsere Heiler durch die Welt zogen und Kranke geheilt haben“, sagte Dekan Ezzo. „Das war zu jenen Zeiten, als die Anzahl der Nichtmagier noch überschaubar war und sie alle in zwei oder drei Ansiedlungen gelebt haben. Heute gibt es ein Dutzend größerer Städte, viele Dörfer und eine unübersehbare Anzahl kleiner Höfe und Weiler.“<br />
Dekan Ezzo hatte seinen Blick fest auf Teese gerichtet als wolle er ihr die Worte förmlich eintrichtern. „Das Problem ist, dass wir nicht überall sein können und man nie weiß, wo man gebraucht wird. Daher wurde die Hilfe für kranke Nichtmagier eingestellt. Allerdings steht es nach wie vor jedem offen, zu uns zu kommen. Wir haben noch nie einen Kranken abgewiesen. Überall, wo es Magier gibt, gibt es immer auch Heiler und sie alle kümmern sich um die Kranken, die zu ihnen kommen.“<br />
Teese hatte das Gefühl, dass irgendetwas an der Sache faul war. „Kommen denn viele?“<br />
Dekan Ezzo seufzte. „Nein. Und das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, dass sich die Nichtmagier immer weiter von uns Magiern zurückziehen.“<br />
Teese war sich nicht sicher, ob dieser Vorgang nicht auf Gegenseitigkeit beruhte, schwieg aber.<br />
„Die Nichtmagier“, sprach der Dekan weiter, „bilden inzwischen die deutliche Mehrheit in der neuen Welt und sie haben eine gewisse Abneigung gegenüber der Magie entwickelt. Genauso wie es in der alten Welt einmal war.“<br />
Teese fühlte Beklemmung in sich aufsteigen. Sie wusste aus den Erinnerungen des ersten Dekans von Weltenei, dass er die Welten deswegen getrennt hatte: damit die Magie und die Magier in einer eigenen Welt sicher weiterexistieren konnten. Doch in dieser neuen Welt entwickelte sich nun alles wieder so wie in der alten, wenn sie es richtig verstand. Dabei war Magie nötig für alle Menschen, auch für jene, die sie nicht anwenden konnten.<br />
„Das ist aber nicht gut“, stellte sie vielleicht ein wenig naiv fest.<br />
Dekan Ezzo lachte amüsiert. „Nein, gut ist es nicht. Und noch einmal können wir keine Welt spalten. Nun, vielleicht könnten wir es, aber anscheinend löst es nicht das eigentliche Problem. Was würdest Du vorschlagen, was man statt dessen tun könnte?“<br />
Teese hielt überrascht inne. „Ich?“ Was sollte sie tun können, um solche Missstände zu ändern?<br />
„Du wirst die nächste Dekanin sein“, stellte Dekan Ezzo fest. „Es wird einmal an Dir sein, etwas zu tun, um dieser Entwicklung gegenzusteuern.“<br />
„Ich – weiß nicht.“ Teese war von der Größe des Problems überfordert. „Vielleicht müsste man versuchen, dass Nichtmagier verstehen, was Magier genau machen. Wozu wir da sind. Und dass wir nicht besser sind als sie, sondern nur anders. Und das auch nur, was die Magie angeht.“<br />
Dekan Ezzo lehnte sich mit dem Rücken gegen den Webstuhl. Er schien nachdenklich. „Das bedeutet eine Einmischung in das Leben der Nichtmagier“, stellte er fest.<br />
Teese zuckte mit den Schultern. Das klang nicht sehr positiv. Sich in etwas einzumischen. Es klang so als würde es sie nichts angehen. Aber die Nichtmagier gingen sie doch etwas an. Magier lebten doch nicht auf einer einsamen Insel inmitten… Wobei, doch. Genau das taten sie eigentlich. Aber das war falsch. Das war genau das, was Teese von Anfang an gestört hatte. Magier waren doch keine anderen Menschen.<br />
„Die Frage, ob wir uns in die Belange der Nichtmagier einmischen sollten oder auch nur dürfen“, erklärte ihr der Dekan, „ist immer wieder im Laufe der Geschichte gestellt worden. Ich persönlich bin der Meinung, dass wir alle diese Welt bewohnen und uns daher alle ihre Belange etwas angehen.“<br />
Diese Meinung teilte Teese vollkommen.<br />
„Das Problem ist allerdings, dass es einmal einen Dekan gab, der sich mit Gewalt in die Belange der Nichtmagier eingemischt hat und seitdem sind die Magier in dieser Beziehung sehr vorsichtig. Sich einzumischen wird generell als etwas Schlechtes angesehen. Nicht von allen, aber von vielen.“<br />
Teese erinnerte sich an das Gespräch zwischen Magister Jerv und Magister Nivienne, das sie im Badehaus belauscht hatte. Genau darum war es bei dem Gespräch zwischen den beiden Frauen gegangen. Sie hatten sich nicht gestritten, aber sie waren eindeutig unterschiedlicher Meinung gewesen.<br />
Und sie hatten auch erwähnt, welcher Dekan es gewesen war, der diese gewaltsame Einmischung in die Belange der Nichtmagier vorgenommen hatte. Der Verdammte. Und wer das war, wusste Teese. Das war Dekan Roath gewesen, der heute unter dem Namen Ro weiterlebte, auch wenn außer ihr kaum jemand wusste, wer er wirklich war oder besser gesagt gewesen war.<br />
„Ich habe in den Jahren, die ich nun schon Dekan bin“, führte Dekan Ezzo weiter aus, „immer versucht, Magier und Nichtmagier wieder einander anzunähern und wenn ich Dich richtig beurteile, wirst Du einmal einen ähnlichen Kurs einschlagen. Aber Du solltest wissen, dass es ein schwieriger Weg ist und Dir nicht alle Magier bei der Wahl Deines Weges zustimmen werden.“<br />
„Deswegen…“ Der Dekan beugte sich leicht nach vorne als wolle er den Abstand zu Teese verringern. „Deswegen solltest Du bei Zeiten lernen, die Nichtmagier zu verstehen, um später Fehler zu vermeiden, welche Deine Feinde gegen Dich nutzen könnten. Und die Nichtmagier verstehen, das kann man nur, indem man sie kennenlernt. Daher möchte ich, dass Du Ro begleitest, wenn er nach Schastel Awrosch reist. Wie er wirst auch Du dies als Nichtmagierin tun und nicht als Magierin, geschweige denn als Dekananwärterin. Nur so kannst Du einen korrekten Einblick in das Leben der Nichtmagier erhalten.“</p>
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		<title>Lektionen in Magie (13/20)</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 23:06:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h3nri3tt4</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Nun, Teese“, wandte sich der Dekan dem Mädchen zu, als Magister Elgin den Raum verlassen hatte. „Ich hoffe, Du hattest schöne Weihnachtsferien.“ Teese schüttelte alle Gedanken an Dauerwellen und Kurzhaarfrisuren ab und nickte. „Ja, meine Ferien waren… prima.“ „Du hast sie mit Deiner Familie verbracht?“ Dekan Ezzos Blick wirkte so offen auf Teese, dass sie [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1970&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Nun, Teese“, wandte sich der Dekan dem Mädchen zu, als Magister Elgin den Raum verlassen hatte. „Ich hoffe, Du hattest schöne Weihnachtsferien.“<br />
Teese schüttelte alle Gedanken an Dauerwellen und Kurzhaarfrisuren ab und nickte. „Ja, meine Ferien waren… prima.“<br />
„Du hast sie mit Deiner Familie verbracht?“<br />
Dekan Ezzos Blick wirkte so offen auf Teese, dass sie den Eindruck gewann, es würde ihn tatsächlich interessieren. Auch wenn Teese nicht verstand, warum. In ihren Augen war es eher banal, was sie in den Ferien gemacht hatte.<br />
„Ja, ich war mit meinen Eltern und meiner Schwester Skifahren“, erzählte sie aber dennoch. „Und Weihnachten haben wir zu Hause verbracht. Meine Großeltern sind zu Besuch gekommen.“ Das klang irgendwie hochtrabender als es wirklich war und daher fügte Teese hinzu, „Sie kommen immer an Weihnachten. Sie wohnen nur ein paar Straßen von uns entfernt.“<br />
Dekan Ezzo lächelte. „Dann hattest Du eine schöne Zeit.“<br />
Teese nickte.<br />
Der Dekan nickte ebenfalls. „Es freut mich, wenn Du Deine Zeit in der alten Welt genießt. Das solltest Du immer tun.“<br />
Teese begann zu verstehen und ein Knoten bildete sich in ihrem Hals. Wie viele dieser Ferien würde es noch geben? Unvermittelt vermisste sie ihre Familie und ihr zu Hause, an das sie bis eben nicht mehr gedacht hatte. Weltenei war einfach ein so anderer Ort. Es gab so viele Dinge hier, mit denen sie sich den Tag über beschäftigte, dass sie zu Heimweh nicht kam.<br />
„Ich hoffe, Du hast Deine Ferien aber auch genutzt, um etwas für die neue Welt zu tun“, fuhr Dekan Ezzo fort. „Hast Du Dir überlegt, wie Du mit Hilfe Deines Talents ein Double von Dir erstellen kannst, so wie ich es Dir als Hausaufgabe aufgegeben habe?“<br />
Die Frage klang für Teese eher nach einer rhetorischen Frage. Dekan Ezzo ging natürlich davon aus, dass sich Teese Gedanken darüber gemacht hatte. Allerdings war er sich wohl nicht sicher, ob sie auch zu einer Lösung des Problems gekommen war.<br />
Ein Double, ein perfektes Abbild von sich selbst, konnte nicht jeder Magier erstellen. Wie man es formte, war eine Frage des Talents, das man besaß. Dekan Ezzo war Objektmagier. Er hatte ein besonderes Schwert gefertigt, mit dem er sein Double aus einem Spiegel herausziehen konnte. Das konnte Teese nicht. Sie war Sympathiemagierin. Dennoch hatte auch sie eine Idee, wie sie es hinbekommen könnte.<br />
Sie schluckte den Heimweh-Kloß in ihrem Hals entschieden herunter. „Ja, das habe ich gemacht und ich habe eine Lösung.“ Etwas zaghafter fügte sie hinzu. „Ich weiß aber nicht, ob sie funktioniert.“<br />
Dekan Ezzo lachte unvermittelt auf. „Eine gute Theorie zu besitzen ist schon einmal viel Wert. Aber wir werden gleich in der Praxis überprüfen, wie gut Deine Theorie ist. Vorher gibt es allerdings noch etwas anderes, worüber wir sprechen sollten.“<br />
Teese verkrampfte sich unverzüglich. Inzwischen war sie eigentlich recht entspannt, wenn sie bei Dekan Ezzo war. Er war zwar der Hüter von Weltenei, der beste der Magier und eine ehrfurchteinflößende Respektsperson. Aber sie hatte ihn am Ende des Schuljahres regelmäßig gesehen und bei ich Unterricht bekommen. Für sie war er inzwischen auch eine Art Lehrer. Außerdem war er der Vater ihrer Freundin Marisan. Das machte ihn zu etwas Anderem als nur dem Dekan von Weltenei, den ihre Freunde in ihm sahen.<br />
Doch bei diesen Worten, flutete Nervosität Teese. Hatte sie etwas falsch gemacht? War ihre Prüfung doch so schlecht gewesen, wie Liina spekuliert hatte? Oder gab es etwas anderes? Sollte sie bei Magister Nabi ausziehen? Durfte sie nicht in den Unterricht der Alleskönner-Magier?<br />
Allerdings waren Teeses Befürchtungen unbegründet. Dekan Ezzo hatte bei seinen Worten etwas ganz anderes im Sinn.<br />
„In vier Wochen werden die Quäsitoren in die alte Welt aufbrechen“, begann Dekan Ezzo und als er Teeses verständnislosen Gesichtsausdruck bemerkte, fügte er hinzu, „Das sind jene Magier, die in der alten Welt nach Kindern mit magischem Potential suchen.“<br />
Nun verstand Teese natürlich, was er meinte. Magister Elgin war ein solcher Quäsitor. Er und Magister Pim waren an Teeses Grundschule gekommen und hatten die Kinder einem Test unterzogen. Offiziell war es ein Intelligenztest gewesen, der zeigen sollte, ob unter den Kindern Hochbegabte wären, die ein Stipendium für ein Elite-Internat in Frankreich bekommen sollten.<br />
Teese war damals reichlich verwundert gewesen, dass sie ausgewählt worden war und sonst niemand aus ihrer Schule. Sie war nicht die beste Schülerin, eher durchschnittlich. Sie konnte sich viele Dinge nicht gut merken und fleißig war sie auch nicht besonders. Sie hatte bis zuletzt gedacht, es wäre ein Irrtum gewesen.<br />
Inzwischen wusste sie es natürlich besser. Magister Elgin und Magister Pim hatten Magier gesucht und in ihr eine Magierin gefunden. Sie hatte nicht schlau sein müssen oder fleißig, um ihren Test zu bestehen. Sie hatte nur ein Talent für Magie besitzen müssen. Und wie auch immer sie zu diesem gekommen war, sie hatte es besessen und war nun hier.<br />
„Während Magister Elgin und Magister Pim in der alten Welt sein werden“, fuhr der Dekan fort. „Wird der Unterricht auf Weltenei ausfallen und das heißt, dass Du etwas freie Zeit hast. Ich hatte zuerst überlegt, Dich mit den Quäsitoren zu schicken, damit Du schon einmal Erfahrungen im Erspüren von Magie bekommst, aber ich denke, das hat eigentlich noch ein wenig Zeit.“<br />
Teese wusste nicht, ob sie sich darüber freuen oder enttäuscht sein sollte. Sie hatte sich selbst bereits gefragt, wie man Magier in der alten Welt finden konnte. Sie wusste noch immer nicht, wie man sie gefunden hatte. Sie hatte in der alten Welt nie Magie gespürt. Weder bevor sie nach Weltenei gekommen war, noch danach.<br />
Dabei wusste sie, wie sich Magie anfühlte. Sie kribbelte in ihren Fingern. Das war ihre ganz persönliche Art, Magie wahrzunehmen. Doch in der alten Welt, hatte sie derartiges nie verspürt, außer ihre Hand war eingeschlafen. Aber das war eindeutig etwas anderes.</p>
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		<title>Lektionen in Magie (12/20)</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 12:17:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h3nri3tt4</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als sie vor einer Tür stehen blieben und Magister Elgin anklopfte, sah sich Teese die dort hängende Lampe besonders genau an. Sie musste dann von Dekan Ezzo dort aufgehängt worden sein. Die Lampe sah in ihren Augen allerdings reichlich merkwürdig aus. Sie erinnerte Teese an einen verkehrt herum hängenden Schneebesen, der unten eine kleine Öffnung [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1966&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als sie vor einer Tür stehen blieben und Magister Elgin anklopfte, sah sich Teese die dort hängende Lampe besonders genau an. Sie musste dann von Dekan Ezzo dort aufgehängt worden sein.<br />
Die Lampe sah in ihren Augen allerdings reichlich merkwürdig aus. Sie erinnerte Teese an einen verkehrt herum hängenden Schneebesen, der unten eine kleine Öffnung hatte, durch die man die Glühbirne in ihrem Inneren sehen konnte.<br />
Sie entschied, dass es sich dabei um irgendwelches neumodisches Design handeln musste. Das sah immerhin auch immer sehr komisch aus. Wenn sie die Wahl einer Lampe gehabt hätte, hätte sie einen Kronleuchter dorthin gehängt, einen mit vielen kleinen Kristallplättchen, die schön geschliffen waren und das Licht bunt brachen.<br />
Ein solcher Kristallleuchter hing in dem Restaurant am Marktplatz, in das Teese und ihre Familie immer gingen, wenn ihr Großvater Geburtstag hatte. Dort war alles sehr schick und es gab immer drei Gänge zu Essen mit Leberknödelsuppe als Vorspeise und einem großen Eis als Nachtisch.<br />
„Herein.“<br />
Auf Magister Elgins Klopfen ertönte von Innen Dekan Ezzos Stimme und Teese folgte ihrem Tutor in die Werkstatt.<br />
Hier wurden alle Gedanken an Kristallleuchter, schicke Restaurants und Leberknödelsuppe sofort in den Hintergrund gedrängt. Die Werkstatt war genau das, was der Name beinhaltete: eine Werkstatt. Es war allerdings keine Werkstatt für Autos, an die Teese zuerst hatte denken müssen, sondern die Werkstatt eines Handwerkers.<br />
Zwei schwere Werkbänke standen im Raum und waren vollgestellt und gelegt mit Farbtöpfen, Halbfertigem aus Holz und einer Vielzahl an Werkzeugen. Da waren Hämmer und Feilen, Handbohrer und Sägen, ein kleiner Block mit Sandpapier, ein Zollstock und ein Winkelmesser, um nur die zu nennen, die Teese ins Auge fielen und die sie aus dem Hobbyraum ihres Vaters kannte.<br />
Zwei große Lampen, die jener im Flur glichen, hingen über den Werkbänken und waren hell erleuchtet, obwohl das großes Fenster der Tür gegenüber eigentlich genug Licht spenden sollte. Der hell erleuchtete Raum wirkte dadurch auf Teese irgendwie mehr wie ein Kellerraum, in dem mehrere Neonröhren für ein unwirkliches Licht sorgten als ein sonnendurchflutetes Zimmer.<br />
„Guten Morgen, Dekan“, begrüßte Elgin Dekan Ezzo, der links von ihnen an einem Gerät saß, das Teese ein Webstuhl zu sein schien. Sie sah zweimal hin, aber es änderte nichts an ihrer ersten Zuordnung.<br />
In einer Reihe von senkrecht verlaufenden Fäden zeichnete sich am unteren Ende ein Stück Stoff ab, das bereits gewebt worden war. Es war ein blendend weißer Stoff ohne irgendwelche Muster. Alleine als Teese Magister Elgin in den Raum folgte bemerkte sie einen leicht silbernen Schimmer, der über den Stoff huschte.<br />
„Ich bringe Teese vorbei“, fuhr Magister Elgin fort und blieb schließlich stehen. „Sie wollten sie heute Vormittag sehen.“<br />
„Ja, das wollte ich in der Tat.“<br />
Dekan Ezzo wandte sich auf seinem Platz vor dem Webstuhl Teese zu. „Guten Morgen, Studentin Teese.“<br />
Teese musste sich kurz räuspern, bevor sie antworten konnte. „Guten Morgen, Dekan Ezzo.“<br />
Dieser Raum verwirrte sie aufs Äußerste. Gut, Magister Elgin hatte ihr gesagt, dass Objektmagier Werkstätten besaßen, um Gegenstände zu fertigen. Aber dennoch wirkte dieser Raum so unpassend.<br />
Dekan Ezzo war der Leiter von Weltenei, praktisch eine Art Direktor. Und er wirkte auf Außenstehende gleichzeitig wie ein Krieger mit seiner muskulösen und großen Erscheinung, den festen, entschlossenen Gesichtszügen und den langen blonden Haaren.<br />
Eine Werkstatt mit Hämmern, Holzspänen und einem Webstuhl passten weder zu seiner Funktion als Hüter der Quelle noch zu seinem Aussehen eines Schwertkämpfers. Teese konnte ihn zwar am Webstuhl sitzen sehen, aber sie konnte sich nicht vorstellen, ihn daran arbeiten zu sehen. Das war einfach so… absurd.<br />
„Kommen Sie heute Nachmittag noch einmal wegen der Robe ins Dekanat, Magister“, wandte sich Dekan Ezzo wieder Magister Elgin zu. „Nachdem wir nun die Ankündigung gemacht haben, können Sie gleich mit den ersten Versuchen zur Gestaltwandlung beginnen.“<br />
„Gerne.“ Magister Elgin wirkte erfreut auf Teese. „Ich habe den Nachmittag ohnehin heute noch frei.“<br />
Teese sah ihm kurz nach, als er den Raum verließ und überlegte sich, dass dies dann wohl das letzte Mal gewesen war, dass sie ihn in seiner alten Gestalt gesehen hatte. Der Gedanke fühlte sich irgendwie befremdlich an. So als würde Magister Elgin gehen und jemand Neues seinen Platz einnehmen.<br />
Dabei war es nur eine Äußerlichkeit, rief sie sich ins Gedächtnis. So ähnlich wie wenn sich jemand eine neue Frisur machen ließ, eine ausgefallene Dauerwelle oder einen gewagten Kurzhaarschnitt. Natürlich würde die Person danach anders aussehen, aber es blieb dieselbe Person.</p>
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		<title>Lektionen in Magie (11/20)</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 23:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h3nri3tt4</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Weißt Du, das ist erst mein zweites Jahr, in dem ich die Einführung unterrichte“, sagte er, während sie durch den Korridor mit den Fischlampen gingen. „Vorher hat Magister Loi sie unterrichtet.“ Teese zuckte mit den Schultern. Ihre Wangen waren noch immer leicht gerötet, auch wenn das Gefühl, etwas Peinliches gesagt zu haben, langsam abebbte. „Den [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1961&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Weißt Du, das ist erst mein zweites Jahr, in dem ich die Einführung unterrichte“, sagte er, während sie durch den Korridor mit den Fischlampen gingen. „Vorher hat Magister Loi sie unterrichtet.“<br />
Teese zuckte mit den Schultern. Ihre Wangen waren noch immer leicht gerötet, auch wenn das Gefühl, etwas Peinliches gesagt zu haben, langsam abebbte. „Den kenne ich noch nicht.“<br />
„Die“, verbesserte Magister Elgin. „Magister Loi ist eine Frau. Sie hat geheiratet und ist nach Schastel Awrosch gezogen. Und da ich gerade meine Magisterprüfung abgelegt hatte, hat Dekan Ezzo mich gefragt, ob das nichts für mich wäre, die Einführung zu unterrichten.“<br />
Teese konnte den unterschwelligen Stolz in seiner Stimme hören. Und vermutlich war es auch sein gutes Recht stolz zu sein. Sicherlich bekam nicht jeder Magier, der die blaue Schärpe erwarb, auch gleich solche Verantwortung. Vermutlich hatte es viele ältere Magister gegeben, die Dekan Ezzo hätte fragen können. Wobei…<br />
„Magister Elgin?“, wollte Teese zögerlich wissen.<br />
„Hm?“<br />
„Wie alt sind Sie eigentlich?“<br />
„Oh.“ Er lachte. „Ich bin einundzwanzig. Das ist ziemlich jung für einen Magister, wie Du… wissen solltest.“<br />
„Ich habe schon aufgepasst“, verteidigte sich Teese. Im Unterricht hatten sie die Schärpen bereits durchgenommen und auch das ungefähre Alter, in welchem Studenten die Prüfungen ablegten. Mit zwanzig stand eigentlich erst die grüne Schärpe an und noch nicht die blaue. Magister Elgin hatte diese, die Magisterschärpe, aber bereits mit neunzehn Jahren bekommen, wenn Teese sich jetzt nicht verrechnet hatte.<br />
„Im Grunde bin ich nicht so viel älter als Du. Gerade einmal zehn Jahre, oder?“<br />
„Ja. Stimmt.“<br />
Allerdings fand Teese zehn Jahre sehr viel. Magister Elgin war damit fast doppelt so alt wie sie. Andererseits konnten Magier sehr alt werden. Da waren dann zehn Jahre nicht sehr viel. Ro und Magister Nabi waren schon über zweihundert Jahre alt.<br />
Teese wusste von den Grabsteinen vor der Kapelle, dass Ros Vorgängerin, Dekanin Irmfed, 1792 gestorben war. Da musste Ro bereits Magister gewesen sein. Für ihn waren zehn Jahre sicherlich nicht mehr als für Teese ein paar Monate.<br />
Das Problem war, dass man Magiern ihr wahres Alter nicht ansehen konnte, jedenfalls ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr. Irgendwann veränderte jeder Magier sein äußeres Erscheinungsbild, um es für den Rest seines Lebens zu behalten. Und das war meist das Erscheinungsbild eines mehr oder weniger jungen Erwachsenen. Wirklich alte Magier, die auch alt aussahen hatte Teese noch nicht zu Gesicht bekommen.<br />
Vermutlich war das etwas, das niemandem erstrebenswert vorkam – alt auszusehen. Wenn man sein Aussehen nach Belieben ändern konnte, wählte man eine schöne und das hieß dann wohl auch junge äußere Form.<br />
„Magister Elgin“, begann Teese erneut, während sie die Treppe des Magieturms hinunter gingen. „Wenn Sie nun Ihre Gestalt verändern…“ Sie wusste nicht genau, wie sie es ausdrücken sollte. „Wie werden Sie in Zukunft aussehen?“<br />
Magister Elgin wurde unvermittelt ernst. „Das weiß ich ehrlich gesagt noch nicht“, sagte er.<br />
Ihre Schritte halten durch das steinerne Treppenhaus, bis sie das Erdgeschoss erreichten und den Turm durchquerten. Hier nahmen sie die Südtreppe, die Teese im letzten Halbjahr bereits öfter gegangen war. Die Südtreppe führte unter anderem zu Magister Felyths Schreibstube.<br />
„Ich habe mir natürlich schon ein paar Gedanken gemacht, wie ich mein Aussehen ändern könnte.“ Magister Elgin ging voran und nahm die ersten Stufen hinauf in den ersten Stock. „Und ob ich es überhaupt ändern sollte. Immerhin könnte ich meine derzeitige Gestalt praktisch einfrieren.“<br />
„Aber?“, erkundigte sich Teese.<br />
„Aber jeder wird natürlich von der Vorstellung in Versuchung geführt, sich eine Gestalt zuzulegen, die ihm besonders gut gefällt. Immerhin ist eigentlich alles möglich.“<br />
Sie passierten den ersten Stock, ohne das Treppenhaus zu verlassen und gingen weiter nach oben. Hier war Teese noch nie gewesen.<br />
„Ich denke“, fuhr Magister Elgin fort, „ich werde einfach ein paar Dinge ausprobieren. Das ist auch der Grund, warum alle Magier, welche die Gestaltveränderung vornehmen, die grüne Robe tragen müssen, von welcher der Dekan gesprochen hat.“<br />
„Hm.“ Teese erinnerte sich an seine Worte. „Das habe ich ehrlich gesagt nicht so ganz verstanden“, gab sie zu.<br />
„Nun, es ist so“, erklärte Magister Elgin bereitwillig. „Wenn man verschiedene Gestalten durchprobiert, erkennt einen natürlich niemand mehr. Immerhin sieht man unter Umständen vollkommen anders aus. Daher müssen alle Gestaltwandler eine grüne Robe tragen, damit man sie als solche erkennt. Und es muss vorher den versammelten Magiern mitgeteilt werden, wer die grüne Robe tragen wird. Damit weiß jeder Bescheid.“<br />
„Ach so.“ Das war eigentlich recht einleuchtend. „Es ist einfach nur eine grüne Robe, damit man die Person wiedererkennt.“<br />
„J-ein. Nicht nur“, wiegelte der Magister ab. „Die Robe ist auch ein magisches Kleidungsstück, das es überhaupt erst erlaubt, die Gestalt öfter zu wandeln, ohne dass man allzu viel Magie aufwänden muss. Immerhin ist viel Magie nötig, um sein Erscheinungsbild zu verändern.“<br />
Teese überlegte kurz und nickte dann. Das hätte sie sich eigentlich denken können. Magier waren nicht allmächtig. Das wusste sie inzwischen. Außerhalb ihres Talents kostete Magie sie Kraft. Und Gestaltwandlung war mit vielen Talenten bestimmt schwierig zu vollführen.<br />
Mit ihrem eigenen Talent würde Teese zwar schon eine Möglichkeit einfallen, aber sie wusste nicht, ob sie wirklich sich selbst auf diese Weise verändern wollte. Was, wenn etwas schief gehen würde?<br />
„Hier liegen die Werkstätten.“<br />
Magister Elgin bog im vierten Stock in den Gang ein, welcher der Krümmung des Magieturms folgend in einem leichten Bogen verlief. Auch in diesem Gang hingen Lampen, die allerdings vollkommen anders aussahen als jene im Korridor von Magister Elgins Studienzimmer.<br />
Jede Lampe war anders geformt und doch waren allesamt Lampen wie Teese sie aus der alten Welt kannte. Einige wirkten sehr altmodisch, andere waren ganz modern. Gleich die erste erinnerte Teese an die Wohnzimmerlampe ihrer Großmutter. Der Lampenschirm war glockenförmig und mit einem sandgelben Stoff bespannt, der leicht golden schimmerte. Eine bronzefarbene Korden war oben um die Lampe gebunden und endete in einer Schleife.<br />
Teese sah verwundert nach oben. Die nächste Lampe sah aus wie eine Küchenlampe. Sie war knallrot und wirkte vor allem praktisch. In ihrem Inneren konnte Teese eine ganz normale Glühbirne sehen, auch wenn sie sicher war, dass es nicht Strom war, der sie zum Leuchten brachte.<br />
„Ein wenig wie in einem Lampengeschäft, oder?“, meinte Magister Elgin.<br />
Teese kicherte. „Ja“, stimmte sie dann zu. Genau so sah es eigentlich aus. „Oder in einem Lampenmuseum.“<br />
„Ja, eigentlich trifft es das mehr“, gab Magister Elgin zu. „Ein Museum alter und zeitgenössischer Lampen.“<br />
Er schmunzelte. „Hier bei den Werkstätten ist jeder Magier selbst für die Lampe vor seiner Tür verantwortlich“, erklärte er die bunte Mischung. „Und je nachdem, welchen Geschmack der jeweilige Magier hat und wann er geboren wurde…“<br />
„Ach so.“ Das erklärte wirklich Einiges.</p>
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		<title>Lektionen in Magie (10/20)</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 22:48:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h3nri3tt4</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Und wenn man mit jemandem nicht in Gedanken sprechen kann, heißt das, dass man ihn nicht wirklich kennt?“, wollte Teese ungläubig von Magister Elgin wissen. Der junge Mann musste schmunzeln. „Nein, es kann auch daran liegen, dass die Person ihren Geist verschlossen hält und Dich nicht in ihre Gedanken lassen will.“ Teese erwog dies kurz. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1957&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Und wenn man mit jemandem nicht in Gedanken sprechen kann, heißt das, dass man ihn nicht wirklich kennt?“, wollte Teese ungläubig von Magister Elgin wissen.<br />
Der junge Mann musste schmunzeln. „Nein, es kann auch daran liegen, dass die Person ihren Geist verschlossen hält und Dich nicht in ihre Gedanken lassen will.“<br />
Teese erwog dies kurz. Wollte Liina sie nicht in ihre Gedanken lassen? Sie selbst hatte sicherlich kein Problem damit, dass Liina wusste, was sie dachte.<br />
„Fast alle Magier halten ihren Geist verschlossen“, fuhr Magister Elgin fort, „und sind nur für ihre Freunde beständig offen. Nur die Tiermagier sind von Natur aus offene Menschen.“<br />
„Seth“, entfuhr es Teese.<br />
Magister Elgin nickte. „Und da Du ihm im Gegenzug auch traust, ist es nur natürlich, dass Ihr Euch versteht. Mit dem Formori-Mädchen ist es allerdings seltsam…“<br />
„Wieso?“, wollte Teese wissen.<br />
„Formori untereinander stehen beständig in Kontakt zueinander“, erklärte Magister Elgin. Er wandte sich von Teese ab und umrundete den Schreibtisch. Links neben der Tür stand eine Couch quer an der Wand, auf welche sich der Magister fallen ließ und die Beine hoch legte.<br />
„Formori sind praktisch immer offen. Man kann sie auch immer erreichen“, erklärte er weiter. „Aber normaler Weise sind wir Menschen ihnen gegenüber verschlossen. Außer… hast Du sie berührt?“<br />
Teese zögerte. Das klang als hätte sie das besser nicht tun sollen, oder? „Ja“, sagte sie langsam. „Das habe ich.“<br />
Wobei eigentlich hatte Flaumschnabel sie berührt. Sie hatte ihre Hand genommen und ab diesem Moment mit ihr in Gedankenrede sprechen können. Teese hatte sich dabei weiter nichts gedacht. Sie hatte sich oft mit Flaumschnabel an den Händen gehalten, um überhaupt mit ihr reden zu können.<br />
„Das dachte ich mir.“ Magister Elgin nickte offenkundig zufrieden. „Der direkte Körperkontakt ermöglicht fast immer die Gedankenrede. Es sei denn, Du hast Deinen Geist wirklich sehr verschlossen. Jeder von uns hat sich Dekan Ezzo auf diese Weise geöffnet, damit er jeden von uns erreichen kann und wir jederzeit ihn.“<br />
„Ah.“ Teese dämmerte, was das bedeutete. Gedankenrede war nicht so selbstverständlich wie sie gedacht hatte. Sie hatte gedacht, jeder Magier würde mit jedem in Gedanken sprechen können und dies auch regelmäßig tun, aber das war wohl nicht der Fall.<br />
„Ihr Studenten“, fuhr Magister Elgin von seiner Couch herüber fort, „müsst aber erst einmal lernen, Euren Verstand zu verschließen. Das ist besonders wichtig, damit wir das Risiko eines Magieschlags reduzieren.“<br />
Der junge Magister ließ den rechten Arm über die Lehne hängen. „Du hast bei dem Formori-Mädchen von Glück sagen können, dass es in der Schlacht so geschwächt worden ist, dass ihr von der Magie auf einem ähnlichen Level gewesen sein müsst. Jetzt würde ich Dir jedenfalls nicht mehr empfehlen, sie anzufassen.“<br />
„Oh… okay.“ Teese musste schlucken.<br />
Sie hatte bereits zweimal einen Magieschlag erlebt. Einmal als Yophus ihren Drachen angefasst hatte und einmal als Magister Elgin sie berührt hatte. Das war in der alten Welt gewesen und ein Unfall. Dennoch waren sie beide seitdem miteinander verbunden – auch wenn Teese noch nicht allzu viel davon mitbekommen hatte, außer Träumen von seinem Seelentier ganz zu Anfang. Dennoch verspürte sie wenig Lust mit noch einem weiteren Wesen verbunden zu sein.<br />
„Formori sind fast so starkmagisch wie Drachen“, erklärte Magister Elgin unterdessen weiter. „Und sie können ihren Geist nicht verschließen, jedenfalls so viel wir wissen.“<br />
„Aber viel wissen wir nicht über sie?“, hakte Teese nach.<br />
„Nicht allzu viel“, gab Magister Elgin zu. „Formori waren immer Feinde der Menschen. Das war schon so als wir noch alle in der alten Welt zusammen lebten.“<br />
Teese nickte. Natürlich waren die Formori nicht aus dem Nichts aufgetaucht. Sie waren wie alle anderen magischen Geschöpfe bei der Erschaffung der neuen Welt hierher versetzt worden. Seltsamer Weise hatte Teese von Formori allerdings noch nie etwas in der alten Welt gehört, während ihr Riesen und Drachen bekannt waren und sie auch Pferde mit Flügeln aus einem ihrer Bücher über griechische und römische Sagen kannte.<br />
Magister Elgin lachte glucksend. „Meine Güte, und schon sind wir wieder bei einem Lehrer-Schüler-Gespräch.“ Er setzte sich auf. „Ich wollte Dir eigentlich keine Unterrichtsstunde halten, Teese“, sagte er.<br />
Teese zuckte lächelnd mit den Schultern. „Ich finde das eigentlich interessant.“<br />
„Unterricht ist immer interessant.“<br />
„Naja“, sagte Teese.<br />
Magister Elgin lachte. „Das heißt, mein Unterricht ist nicht immer interessant?“, wollte er mit neckendem Unterton wissen.<br />
„Äh. Doch. Schon, also fast immer jedenfalls.“ Teese wurde unvermittelt heiß.<br />
„Und ich dachte, mein Unterricht wäre immer mitreißend und interessant.“ Magister Elgin lachte. Anscheinend war er über Teeses Worte nicht wütend oder böse. „Es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen.“ Er stand schwungvoll von der Couch auf.<br />
„Dann lass uns mal lieber zu Dekan Ezzo gehen“, wechselte er das Thema. „Bevor Du durch meine Privatstunden so viel weißt, dass es selbstverständlich ist, dass Dich die nächste Stunde langweilen wirst.“<br />
Mit rotem Kopf folgte Teese Magister Elgin aus dem Raum. Ihren Stundenplan faltete sie dabei geschäftig zusammen und verstaute ihn in der Tasche. Sie hatte nicht sagen wollen, dass Magister Elgins Unterricht langweilig wäre. Aber manche Dinge waren eben nun einmal nicht so interessant wie andere. Das war einfach so. Das war nicht Magister Elgins Schuld.</p>
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		<title>Lektionen in Magie (9/20)</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jan 2012 21:35:15 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Teese kam ihm entgegen und nahm ihm den Plan ab. Neugierig überflog sie ihren neuen Stundenplan. Er war noch voller als im letzten Halbjahr. Das hatte Teese eigentlich nicht erwartet. Sie hatte nun keine Stunden im Schreiben bei Magister Felyth mehr und auch kein Rechnen. Geblieben waren eigentlich nur ihre Trainingsstunden in Schwertkampf und im [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1949&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teese kam ihm entgegen und nahm ihm den Plan ab. Neugierig überflog sie ihren neuen Stundenplan. Er war noch voller als im letzten Halbjahr. Das hatte Teese eigentlich nicht erwartet. Sie hatte nun keine Stunden im Schreiben bei Magister Felyth mehr und auch kein Rechnen.<br />
Geblieben waren eigentlich nur ihre Trainingsstunden in Schwertkampf und im Umgang mit den Wurfsternen sowie die Allgemeine Einführung in die Magie bei Magister Elgin. Die Stunden waren auf den ersten Blick auch nicht mehr geworden. Dreimal die Woche je eine Doppelstunde.<br />
Neu hinzugekommen waren allerdings zwei Stunden die Woche, die den unheilvollen Titel ‚Zusätzliche Trainingsstunden (Ro)‘ trugen. Teese starrte die Worte mit Unbehagen an. Sie hatte schon im letzten Halbjahr für einige Zeit zusätzliche Stunden von dem ehemaligen Dekan von Weltenei bekommen und war eigentlich höchst erfreut gewesen, diese Stunden nun los zu sein.<br />
Allerdings war Magister Pim wohl der Meinung, dass sie das zusätzliche Trainingsstunden dringend benötigen würde. Teese musste zwar zugeben, dass der Lehrer für Waffenkunde damit wohl Recht hatte, aber sie bezweifelte, dass zusätzliche Stunden bei Ro ihre Fähigkeiten wirklich verbessern würden.<br />
Teese seufzte innerlich und ließ ihren Blick weiter über den Stundenplan gleiten. Je vier Stunden pro Tag waren als ‚Private Studien‘ eingetragen. Teese hatte keine Ahnung, was das zu bedeuten hatte.<br />
Sie sah fragend zu Magister Elgin. „Private Studien“, begann sie.<br />
Der junge Magister nickte und unterbrach die nicht ausgesprochene Frage. „Jeder Student sollte mindestens vier Stunden am Tag seine eigenen Studien voran bringen. Was er in diesen Stunden arbeitet, steht jedem selbst frei. Der Tutor ist allerdings dafür verantwortlich, dass der Student auch etwas arbeitet und nicht faulenzt.“<br />
Da Teese immer noch fragend blickte, fügte er hinzu. „Wie ich gehört habe, hast Du Dich entschieden, den Unterricht der Universalminimalisten zu besuchen.“<br />
Teese nickte.<br />
„Das wären zum Beispiel private Studien“, erklärte Magister Elgin. „Außerdem wird von Dir erwartet, dass Du Dich mit Deinem Talent beschäftigst, Bücher dazu liest und praktische Übungen absolvierst.“<br />
„Gehört mein Unterricht bei Dekan Ezzo auch dazu?“, wollte Teese wissen.<br />
Magister Elgin lachte. „Nein, ich befürchte, das sind zusätzliche Stunden.“<br />
Teese seufzte, dieses Mal allerdings nicht stumm. „Gibt es wieder eine Prüfung?“, wollte sie wissen.<br />
„Nun, Du wirst natürlich die Prüfung für die rote Schärpe ablegen“, meinte Magister Elgin. Er sah Teese über die Schulter. „Aber das machen wir, wenn Du soweit bist. Ich finde, wir sollten noch abwarten, bis wir in der Einführung mit den allgemeinen Grundlagen fertig sind.“<br />
„Oh.“ Teese hatte gedacht, das wären sie bereits. Sie wusste, dass sie sich in diesem Jahr verstärkt mit der Geschichte Welteneis beschäftigen würden. Aber dass sie noch weitere Grundlagen zu lernen hatte…<br />
„Was denn?“, wollte sie wissen.<br />
„Gedankenrede zum Beispiel“, sagte Elgin.<br />
„Die kann ich bereits“, entfuhr es Teese.<br />
Magister Elgin lachte. „Kannst Du denn mit mir in Gedanken sprechen?“, wollte er wissen.<br />
Teese zögerte und schüttelte den Kopf. „Nein, eigentlich kann ich das nur mit Seth und mit Flaumschnabel.“<br />
„Dem Formori-Mädchen?“<br />
„Ja.“<br />
„Das ist interessant. Weißt Du, in Gedanken reden kann man nur mit Menschen, die man selbst kennt. Und zwar kennen nicht im Sinne von jemanden den man einmal getroffen hat und dessen Namen man kennt. Sondern man muss die Person selbst kennen, sein Inneres.“<br />
Teese nickte langsam. Das war ihr im Grunde bereits bewusst gewesen. Es war die erste Erkenntnis gewesen als sie die ersten Worte in Gedankenrede mit Seth gesprochen hatte. Man musste wissen mit wem man sprach. Dann war es ganz einfach.<br />
Aber seltsamer Weise hatte es nur mit Seth und Flaumschnabel wirklich funktioniert. Mit Liina konnte sie nicht in Gedanken sprechen und das obwohl sie beide es mehrfach versucht hatten. Die kleine Chinesin hatte es ziemlich gewurmt, dass Teese diese Fähigkeit bereits besaß und sie selbst dazu überhaupt nicht in der Lage war.<br />
‚Vielleicht liegt das daran, dass Du Liina nicht wirklich kennst‘, spekulierte eine vertraute Stimme in Teeses Kopf.<br />
‚Aber ich kenne Liina, Fleck‘, beharrte Teese ihrem Seelentier gegenüber.<br />
‚Vielleicht oberflächlich‘, sagte das Kaninchen. ‚Aber in ihrem Inneren ist sie vielleicht eine ganz andere Person und daher kannst Du sie nicht hören und sie Dich nicht.‘<br />
‚Das glaube ich nicht.‘<br />
Das wollte Teese einfach nicht glauben. Liina war ihre Freundin. Vielleicht kannte sie nicht jeden geheimen Gedanken ihrer Freundin, aber sie kannte Liina.</p>
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		<title>Frohes neues Jahr!</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 14:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h3nri3tt4</dc:creator>
				<category><![CDATA[h3nri3tt4 bloggt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wünsche allen Lesern ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Ihr gut gerutscht seid und zwar nur übertragen und nicht im wortwörtlichen Sinne. Vielleicht habt Ihr auch den einen oder anderen guten Vorsatz gefasst und in diesem Fall drücke ich Euch die Daumen, dass es mit dem Durchhalten länger klappt als bis zum Ende [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1953&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wünsche allen Lesern ein frohes neues Jahr und hoffe, dass Ihr gut gerutscht seid und zwar nur übertragen und nicht im wortwörtlichen Sinne. Vielleicht habt Ihr auch den einen oder anderen guten Vorsatz gefasst und in diesem Fall drücke ich Euch die Daumen, dass es mit dem Durchhalten länger klappt als bis zum Ende des Monats.</p>
<p>Ich selbst habe mir auf alle Fälle vorgenommen, mit meinem Text dem Blog wieder ein wenig mehr voran zu eilen. In letzter Zeit hatte ich wenig Zeit und Muße zum Schreiben und somit sind die geposteten Teile recht frisch geschrieben &#8211; etwas, das mir so gar nicht gefällt, denn dadurch kann ich gröbere Schnitzer (die mir leider doch ab und an einmal unterlaufen) nicht ausbügeln ohne etwas neu posten zu müssen. Und das soll natürlich nicht der Fall sein.</p>
<p>Nebenbei harrt aber auch noch der Download des ersten Kapitels seiner Fertigstellung und neue Leserfragen sind auch bereits eingetrudelt und warten auf ihre Beantwortung. Ich hoffe, Ihr habt Verständnis, dass diese Dinge noch ein paar Tage dauern. Sie kommen aber so schnell wie möglich. Versprochen.</p>
<p>Prosit Neujahr!<br />
Eure h3nri3tt4</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/weltenei.wordpress.com/1953/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/weltenei.wordpress.com/1953/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1953&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lektionen in Magie (8/20)</title>
		<link>http://weltenei.wordpress.com/2011/12/30/lektionen-in-magie-820/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Dec 2011 15:35:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>h3nri3tt4</dc:creator>
				<category><![CDATA[2. Kapitel: Lektionen in Magie]]></category>
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		<category><![CDATA[zweites kapitel]]></category>

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		<description><![CDATA[„Warst Du schon einmal in Dekan Ezzos Werkstatt?“, wollte Magister Elgin wissen, während sie durch den fast menschenleeren Kreuzgang liefen. Reste von Schnee lagen in dem kleinen Garten in der Mitte. Vom Springbrunnen stieg heißer Dampf auf, während das warme Wasser unbeirrt des Winters fröhlich plätscherte. „Nein.“ Teese zuckte ratlos mit den Schultern. „Ich wusste [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=weltenei.wordpress.com&amp;blog=6784355&amp;post=1945&amp;subd=weltenei&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Warst Du schon einmal in Dekan Ezzos Werkstatt?“, wollte Magister Elgin wissen, während sie durch den fast menschenleeren Kreuzgang liefen. Reste von Schnee lagen in dem kleinen Garten in der Mitte. Vom Springbrunnen stieg heißer Dampf auf, während das warme Wasser unbeirrt des Winters fröhlich plätscherte.<br />
„Nein.“ Teese zuckte ratlos mit den Schultern. „Ich wusste nicht einmal, dass er so etwas hat.“<br />
Wozu brauchte der Dekan denn eine Werkstatt? Eine Werkstatt war für Teese ein Ort an dem kaputte Autos repariert wurden. Ihr Mercedes war immer für den Ölwechsel in der Werkstatt und für irgendwelche Untersuchungen, die Teese nie so wirklich interessiert hatten.<br />
Sie sah durch die steinernen Bögen zur ihrer Rechten und auf die dunkeln Wellen des winterlichen Meeres. Der Himmel war heute wolkenverhangen und wirkte nicht mehr so schön und einladend wie gestern. Heute wirkte alles kalt und ungemütlich.<br />
„Alle Objektmagier legen sich über kurz oder lang ihre eigene Werkstatt zu“, erklärte ihr Magister Elgin. „Wenn man magische Gegenstände fertig, lohnt sich das mehr als ein normales Arbeitszimmer. Wobei kaum einer von uns ein wirklich ‚normales‘ Arbeitszimmer besitzt.“<br />
Magister Elgin wandte seine Schritte nach links am Brunnen vorbei und zum Durchgang, der in den Magieturm führte.<br />
„Aber apropos Arbeitszimmer. Am besten ich zeige Dir noch schnell mein Studienzimmer“, sagte er zu Teese. „Dann weißt Du gleich, wo Du mich findest, wenn ich keinen Unterricht halte. Außerdem muss ich Dir ohnehin noch Deinen Stundenplan aushändigen.“<br />
„Okay.“<br />
Teese folgte ihrem Tutor hinüber zur Osttreppe des Turms. Diese führte, wie sie wusste, zu den Studienzimmern der Magister. Dort gewesen war sie allerdings noch nie. Die vier Treppen im Magieturm führten in jeweils abgeschlossene Bereiche, die nur über die dazugehörige Treppe betreten und verlassen werden konnten.<br />
Teese ging zwar davon aus, dass hinter der letzten Wand der Schreibstube im Südteil das Arbeitszimmer eines älteren Studenten lag, die im Westteil angesiedelt waren und dass hinter der Wand des letzten studentischen Arbeitszimmers die Bibliothek anschloss, welche auf der anderen Seite hier an die Studienzimmer der Magister anschlossen. Aber Durchgänge zwischen den Bereichen gab es keine.<br />
„Mein Arbeitszimmer liegt im dritten Stock“, führte Magister Elgin aus, während sie nach oben gingen. „Ich hatte verhältnismäßig Glück.“<br />
Er bemerkte Teeses ratlosen Blick und grinste.<br />
„Oder wäre es Dir lieber jedes Mal zu mir in den siebten Stock gehen zu müssen?“<br />
„Äh, Nein“, sagte Teese ehrlich.<br />
Im Magieturm gab es keine Aufzüge, nur Treppen. Genau das war der Grund, warum es eigentlich recht unpraktisch war, dass es eben keine Durchgänge gab. Warum hatte man das so kompliziert gebaut? Und warum schlug man nicht einfach ein paar Durchgänge. Das dürfte doch nicht so schwer sein.<br />
Bei ihr zu Hause hatte ihr Vater sogar einmal eine ganze Wand herausgenommen. Damals war das Wohnzimmer sehr klein gewesen und hatte an Teeses altes Kinderzimmer gegrenzt. Als sie mit vier Jahren ihr neues Zimmer im Dachgeschoss bezogen hatte, hatte ihr Vater die Wand zwischen dem Wohnzimmer und dem alten Kinderzimmer eingerissen und nun hatten sie ein großes Wohnzimmer.<br />
Das sollte doch hier auch möglich sein. Es musste auch nicht gleich eine ganze Wand sein. Es würde doch genügen, in jedem Stock eine Tür in die Wand einzufügen. Dann könnte man problemlos von überall in jeden Bereich.<br />
„So, dritter Stock“, kommentierte Magister Elgin, als sie den dritten Treppenabsatz erreichten. „Hier geht es lang.“<br />
Teese folgte ihrem Tutor in einen Gang mit steinernen Wänden. An der Decke hingen in Abständen goldene Lampen, die wie Fische aussahen. Sie waren sehr hübsch und strahlten von sich aus, mit magischem Licht.<br />
„Schön, nicht wahr?“ Magister Elgin hatte Teeses bewundernden Blick zu den Lampen bemerkt. „Magister Ota hat sie für ihren damaligen Freund angefertigt, der sein Arbeitszimmer dort hinten hat.“<br />
Magister Elgin deutete den Gang hinunter. Soweit hatten sie allerdings nicht zu gehen, denn bereits an der vierten Tür blieb der junge Magister stehen und öffnete sie.<br />
„Das hier ist mein Reich. Tritt ein.“<br />
Er hielt Teese die Tür auf und das Mädchen betrat das Studienzimmer. Es war recht groß und besaß an der gegenüberliegenden Wand drei Fenster, welche einen Blick ins Freie erlaubten. Im dritten Stock waren sie bereits hoch genug, dass man einen guten Überblick über Weltenei hatte.<br />
Der Blick aus dem Fenster war gleichzeitig der Blick in den Innenhof der Trainingshalle. Teese konnte Sums blonden Haarschopf entdecken. Das Mädchen übte schon wieder Bogenschießen. Sum war, was das Training anging, genauso ehrgeizig wie Liina mit ihren Büchern.<br />
Teese fragte sich, warum ihr jeglicher Ehrgeiz so gänzlich fehlte. Sie könnte sich zwar vornehmen mehr zu lernen oder mehr zu üben, aber nach spätestens einer Woche würde sie ihre selbstauferlegte Stunde einmal ausfallen lassen und dann nur noch ein paar Mal halbherzig ihrem guten Vorsatz nachkommen.<br />
Danach wäre die Sache erledigt und sie würde wieder zu ihrem eigentlichen Arbeitsrhythmus zurückkehren: Sie würde zwar wissen, dass sie mehr tun müsste, aber erst auf den letzten Drücker anfangen. Und das war in der Regel zu spät, um herausragende Ergebnisse zu erzielen.<br />
„Oh, da ist tatsächlich schon jemand am trainieren“, kommentierte Magister Elgin, der Teese in den Raum gefolgt war und wie sie aus dem Fenster sah.<br />
„Das ist Sum“, erklärte Teese.<br />
„Pims Studentin, ich weiß.“ Magister Elgin lächelte versonnen. „Und genauso fleißig beim Training wie ihr Tutor.“<br />
Teese seufzte.<br />
Elgin lachte. „Keine Sorge, Teese. Nicht jeder Magier muss der perfekte Kämpfer sein. Wenn Dir die Waffen nicht liegen, wirst Du Dir etwas anderes suchen, worin Du glänzen kannst.“<br />
„Ich weiß nicht“, meinte Teese. „Ich glaube, Dekan Ezzo und Magister Pim werden darauf pochen, dass ich wenigstens eine gute Kämpferin werde.“<br />
„Möglich“, stimmte ihr Magister Elgin zu. „Aber auch sie wissen, dass nicht jeder zum Waffenmagier geboren ist.“<br />
Der junge Mann wandte sich vom Fenster ab und ging zu dem schweren Schreibtisch, der im linken Bereich stand. Direkt dahinter erstreckten sich drei Reihen mit Regalen voller Bücher. Teese war ein wenig überrascht, so viele Bücher hier zu sehen. Immerhin gab es eine Bibliothek im selben Gebäude.<br />
Magister Elgin beugte sich über den Schreibtisch und schob ein paar Papiere zur Seite, um dann eines davon mit einem „Ah, hier“ in die Hand zu nehmen.<br />
„Dein Stundenplan, Teese“, reichte er dem Mädchen den Zettel.</p>
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